bewegungsritual warum?

Anna Halprin (Tänzerin) kreierte diesen Ablauf für sich, weil ihr Körper nach wohltuender Bewegung verlangte. Das Bewegungsritual entspannte gleichzeitig nicht nur den Geist, sondern ermöglichte besseren Zugang zu ihren eigenen Gefühlen.

 

 

Im Folgenden beschreibe ich genauer, was das Movement Ritual ist, und beziehe mich dabei auf das Buch: Anna Halprin: Bewegungsritual; tänzerische Meditationsübungen, 1997

 

Das Bewegungsritual war auch für mich ein wichtiger Bestandteil der dreijährigen Ausbildung zum Tamalpa Practitioner. Da ich einen schweren Bandscheibenvorfall hatte, praktizierte ich es täglich und passte es meiner jeweiligen körperlichen Verfassung an. Dabei wurde ich zusehends stärker und fasste wieder Vertrauen in meinen Körper und seine Bewegungsmöglichkeiten.

Auch heute geniesse ich dieses Ritual täglich und entdecke es immer wieder neu in seiner Tiefe.

 

Wie der Name schon sagt, ist das Bewegungsritual eine Bewegungsabfolge, die jede und jeder sich selbst zum täglichen oder wöchentlichen Ritual gestalten kann. Es ist die Zeit, in der ich mich alleine oder in der Gruppe mit meinem Körper beschäftige, vertraut werde mit der Anatomie und den unterschiedlichen Bewegungsmöglichkeiten meiner Gelenke.

Die Bewegungen sind einfach und grundlegend. Dazu Anna Halprin:

„Ich habe mich dagegen gewehrt, eine feste Formel, ein starres System zu entwickeln. Es geht mir viel mehr darum, die grundsätzlichen Vorgänge in der Bewegung und ihre schöpferische Gestaltung zu verstehen, als statische Bewegungsmuster zu lehren. Ich glaube die Erfahrung in der Bewegung wird lebendiger, wenn wir uns ständig verändern und wachsen.“

 

 

Sobald man sich das Bewegungsritual zu eigen gemacht hat, hilft es auf verschiedenen Ebenen und kann genutzt werden

 

als eine Meditationsform; als ein Weg, einen starken und flexiblen Körper heranzubilden; als Katalysator, um mir meines Körpers und meiner Gefühle tiefer bewusst zu werden; als Möglichkeit, innerhalb einer dafür eingeräumten Zeitspanne loszulassen; als ein Mittel, die Entwicklung meiner körperlichen Beweglichkeit zu messen; als Möglichkeit meinen Körper als mir gehörend zu beanspruchen, im Unterschied zum von Aussen auferlegten stilisierten Tanz oder andere Tanztechniken; als eine Form der Selbstheilung von schwachen und verletzten Körperteilen; als ein Geschenk an Zeit und Raum, um etwas für mich selbst zu tun“

 

Meine Erfahrung bestätigt das und genau deshalb unterrichte ich dieses einmalige Bewegungsritual. 

 

Durch das bewusste tägliche Bewegen werden wir mit der Zeit zu SchöpferInnen und GestalterInnen unseres eigenen Lebenstanzes.

 

Ich lobe den Tanz.